Ap. Weißenburg

Die Geschichte der Einhorn-Apotheke geht bis ins 17. Jh. zurück. Das Gebäude, heute noch das “Blaue Haus” genannt, war zur Zeit der freien Reichsstadt Weißenburg der Wohnsitz des Reichspflegers. Über dem Portal thront das “Goldene Einhorn”. Im Erdgeschoß befindet sich die moderne Apotheke (Inhaberin Apothekerin Katrin Binkert), während in den Kellerräumen das Apothekenmuseum zu besichtigen ist.

Apotheker Artur Binkert rief 1986 die “Stiftung Kohl’sche Einhorn-Apotheke” ins Leben, die heute Trägerin des Mueseum ist. Die Einrichtung und die Gegenstände stammen aus dem 19. Jahrhundert. Apotheker und Limes-Forscher Wilhelm Kohl (1848 - 1898), bekannt durch seine archäologischen Forschungen am Limes war bis 1898 Besitzer der Einhorn-Apotheke. Neben der Offizin (Verkaufsraum) und dem alten Laboratorium, wo die Herstellung von Pillen, Tabletten, Salben und Zäpfchen gezeigt werden, ...

... ist im ersten Stock die historische Kräuterkammer zu besichtigen.

Frau Almut Binkert stellt ihre Kräuterkammer vor.

Ein besonders schönes Ausstellungsstück ist ein Kräuterbuch von Adamus Lonicerus (Adam Lonitzer 1528 - 1586), in welchem das legendäre Einhorn neben anderen Tieren zu sehen ist.

Frau Almut Binkert stellt Teile Ihrer Einhorn-Sammlung einigen Ausstellungen für das Thema Einhorn (z.B. der Ausstellung “Magische Geschöpfe”) als Leihgabe zur Verfügung.

Herzlichen Dank an Frau Almut Binkert für ihre liebenswürdige und tatkräftige Unterstützung meiner Suche nach dem Einhorn, ihre vielen Tipps und die wunderbare Führung durch ihr Apothekenmuseum. Die Vielfalt alter Gerätschaften und Arzneien ist überwältigend und sehenswert. Man spürt in den Erzählungen von Frau Binkert ihre Verbundenheit zur Einhorn-Apotheke Weißenburg, ”ihrem” Museum und vor allem ihrer Liebe zum Einhorn.

Gernstl - unterwegs in Bayern. Er besuchte 2001 mit der Kamera des Bayerischen Fernsehens auch Weißenburg und das Apothekenmuseum. Eine romantische Welt, wie Gernstl sagt, in der Frau Almut Binkert selbst immer wieder Neues entdeckt.

Überrascht, aber voller Stolz führt Frau Almut Binkert Gernstl durch ihr Reich.

In der alten Kräuterkammer zeigt sie Gernstl die Spanische Fliege, die früher zu Brunstpulver für Schweine und Kühe verarbeitet wurde. Sie stinken fürchterlich, seien ähnlich wie Pfeffer und wirken stark auf die Schleimhäute. Gernstl denkt da gleich an Viagra.

Teufelsdreck - Asa foetida - stinkt bestialisch, ähnlich wie Knoblauch. Früher wurde er gegen die Hysterie der Frauen gegeben. Ein HNO-Arzt brauchte ihn noch für den Test des Geruchssinns. Gernstl stinkt er aber nicht so und er rätselt sogar, ob er nicht auch zum Kochen - in Indien? - verwendet wird.

Ganz in der Nähe der Einhornapotheke befindet sich über dem Hauseingang dieses Wappen - einfach mit offenen Augen durch Weißenburg gehen. Es bietet Mittelalter: ...

... und Römerzeit: