Netsuke

Netsuke “Kirin” (japanisches Einhorn)
Teakholz

Netsuke “Kirin” (japanisches Einhorn)
Buchsbaumholz

Zeichen des Künstlers

Ein Kimono hat keine Taschen. Dinge wie eine Geldbörse, eine kleine Lackschachtel mit vielen Unterteilungen (inro), Medizinbehälter, Tabakbeutel oder Schreibzeug, welche man mit sich tragen wollte, wurden an einer Schnur befestigt und unter dem Gürtel (obi) durchgezogen. Das Ende der Schur wurde durch die beiden Löcher des Netsuke gezogen und verknotet. Das Netsuke bildete so das Gegengewicht zum befestigten Objekt (sagemono). Zum Verschluß eines befestigten Säckchens diente eine auf der Schur gleitende Perle (ojime). Einst Gegenstand des täglichen Gebrauchs, entwickelte sich das Netsuke (ne = Wurzelholz; tsuke = am Faden durchziehen) langsam zum Kunstgegenstand im Westentaschenformat. Netsuke lassen sich bis auf das 17. Jh. (Edo-Periode) zurückführen und waren Ende des 19. Jh. als exotischer Schmuck in Europa sehr begehrt. Sie sind ca. 2,5 bis 6 cm groß und werden aus Holz und Elfenbein, aber auch aus Muscheln, Knochen, Horn, Metall und Stein hergestellt. manju netsuke sind runde oder rechteckige flache verzierte Knöpfe, kagamibuta netsuke sind Holzkugeln mit einem Metallboden, katabori netsuke stellen mythische und religiöse Figuren oder Tiere dar. Ein Netsuke-Pferd des berühmten Künstlers Tomotada kostet bis zu 200.000 Euro.