Alexanderroman

Der Alexanderroman eines Pseudo-Kallisthenes trägt trotz minderer literarischer Qualität zur weiten Verbreitung der Kenntnis von den ‘eigentlichen’ Einhörnern am Roten Meer bei.

Hierzu auch die Alexanderromane des Pfaffen Lamprecht, griechisch-römische Quellen des Streitrosses Alexanders Bucephalus mit einem leuchtendem Zeichen, Karfunkelstein oder einem Horn auf der Stirn, im altfranzösischem Versepos Octavian das gehörnte Streitroß des Sultans, das gehörnte Araberroß des Frankenkönigs Dagobert.

Das frühmittelhochdeutsche Alexanderlied des Trierer Pfaffen Lamprecht berichtet als erste Wiedergabe eines antiken Stoffes in deutscher Sprache über die Heldentaten Alexanders des Großen und seines einhörnigen Pferdes, das ihm Königin Kandakis bei seiner Rückkehr geschenkt hat. Erstmals verbindet es das Einhorn- mit dem Karfunkel-Motiv, die Wolfram von Eschenbach in sein Parzival-Epos aufnimmt. Auch das Karfunkel, der Drachenstein dracontites, ist wie das Einhorn ein Symbol für Christus.

Di kuninginne rîche
sante mir ouh ein tier,
daz was edele unde hêr,
daz den carbunkel treget
und daz sih vor di magit leget.
Monosceros ist iz genant.
Der ist luzzil in diz lant.
Dar zô ne frumet nehein jaget:
man sol iz vâhen mit einer magit.
Sîn gehurne daz ist freisam,
dâ ne mac niwit vor bestân.
Und dô di gâbe was brâht,
dô was di frowe des bedâht,
daz si zô mir sante einen man,
der was alsô getân,
daz er konde mâlen.
Der mâlede zô dem mâle
an einer tabelen mînen lîb.
Niht nist sô listic, sô daz wîb
unde ouh ir kint.
Des quam ih in grôz angist sint.