Buddhistische Quellen

Eine Quelle des Einhornmythos könnte in Tibet und Indien liegen und so den Fang des Einhorns mittels einer Jungfrau im Physiologus erklären:

Bereits in der Vasudevahindi (Jaina) holt der König seinen jüngeren Bruder Valkalacirin mit Hetären zum Hof zurück, der eigentliche Kern der Rsyasringa-Legende.

Die nachvedische und buddhistische Sagenwelt des Rama kennt eine Legende von
Rsyasrnga - dem Gazellenhörnigen - bzw.  Ekasrnga - dem Einhörnigen - oder  Isisingo, von dem nur berichtet wird, er stamme von einer Gazelle ab, nicht aber, ob er ein Horn trägt:

Näheres zu verschiedenen Ausprägungen der Rsyasrnga-Legende finden sie hier:
Die Rsyasrnga-Legende

Dieser Erzählkreis könnte sogar in Verbindung mit dem Gilgamesch-Epos (3. Gilgamesch, Enkidu und die Unterwelt -  Hierodulen-Episode) stehen.

Verwandt ist sicher auch
Ta-chi-tu-lun (chin.): To-kio-sein-jin (Einsiedler Einhorn)
und
Pancatantra IV 6: Ritt der Hetäre auf dem Einsiedler als Ursprung der Aristoteles und Phyllis-Szene.

Die Rsis (hl. Seher und Asketen) der Mahabharata können die Vorbilder der Wilden Leute sein, welche die Einhörner bezwingen und reiten können - womit sich wieder der Kreis um das Einhorn schließt.

Mehr dazu auch:
Dieter Schlingloff: Die Einhorn-Legende, Christiana Albertina, Kieler Univ. Zeitschr. Heft 11, 7/1971

Interessant hierzu auch ein japanisches No-Theaterstück:
F. W. K. Müller, Ikkaku sennin,
Adolf Bastian als Festgruß zu seinem 70. Geburtstag