Caesar

Gaius Julius Caesar und der Schrecken aller Gymnasiaten:
De bello Gallico - Der gallische Krieg
Nicht so unser Licornerl, es ist ganz angetan von ihm, berichtet er doch Geheimnisvolles aus den Hercynischen Wäldern:

Huius Hercyniae silvae, quae supra demonstrata est, latitudo novem dierum iter expedito patet: non enim aliter finiri potest, neque mensuras itinerum noverunt. Oritur ab Helvetiorum et Nemetum et Rauracorum finibus rectaque fluminis Danubi regione pertinet ad fines Dacorum et Anartium; hinc se flectit sinistrorsus diversis ab flumine regionibus multarumque gentium fines propter magnitudinem adtingit; neque quisquam est huius Germaniae, qui se aut adisse ad initium eius silvae dicat, cum dierum iter LX processerit, aut, quo ex loco oriatur, acceperit: multaque in ea genera ferarum nasci constat, quae reliquis in locis visa non sint; ex quibus quae maxime differant ab ceteris et memoriae prodenda videantur haec sunt.

Est bos cervi figura, cuius a media fronte inter aures unum cornu exsistit excelsius magisque directum his, quae nobis nota sunt, cornibus: ab eius summo sicut palmae ramique late divunduntur. Eadem est feminae marisque natura, eadem forma magnitudoque cornuum.

Die Ausdehnung des oben erwähnten Hercynischen Waldes verlangt von einem rüstigen Fußgänger einen Marsch von neun Tagen. Anders kann man dort nämlich nicht messen, und sie kennen keine Längenmaße für Wegstrecken. Der Wald beginnt an der Grenze der Helvetier, Nemeten und Rauraker und läuft parallel zur Donau bis zum Land der Daker und Anarten. Dort biegt er nach links zu Gegenden, die vom Strom abliegen, und berührt bei seiner großen Ausdehnung das Gebiet vieler Stämme. Es gibt niemand in dem uns bekannten Germanien, der sagen könnte, er sei bis ans Ende dieses Waldes gekommen, selbst wenn er 60 Tage vordrang, oder habe auch nur gehört, wo das Ende ist. Es steht auch fest, daß in diesem Wald viele Arten von Tieren leben, die man sonst noch nirgends gesehen hat; folgende unterscheiden sich von den übrigen Tieren am meisten und sind daher wohl zu erwähnen:

Es gibt ein Rind, das wie ein Hirsch aussieht und dem mitten auf der Stirn zwischen den Ohren ein einziges Horn hochwächst, das höher und gerader ist als die uns bekannten Hörner; an der Spitze verzweigt es sich weit in Form von Händen und Zweigen. Das weibliche Tier sieht ebenso aus wie das männliche und hat dieselben großen Hörner.