Marco Polo

Marco Polo, vermutlich 1251 geboren, gestorben um 1324, bereiste von Venedig aus Inner- und Ostasien. Er war Gesandter des Papstes Gregor X. und seinen Aussagen nach drei Jahre lang Statthalter des Kublai-khans in Yang-tschou.

Marco Polo berichtet in seiner Reisebeschreibung an drei Stellen von Rhinozerossen:

 Im 43. Kapitel des II. Buches berichtet er von Elefanten, Rhinozerossen und anderen wilden Tieren in den Wäldern von Mien, dem Königreich Birma (engl. Burma), heute Myanmar, nahe der Grenze zu Indien.

Im 12. Kapitel des III. Buches berichtet er vom Königreich Basma, vermutlich an der Nordküste von Sumatra (Indonesien) gelegen:
‘In dem Lande gibt es viele wilde Elefanten und Rhinozerosse, welch letztere weit kleiner sind als die Elefanten, aber ihre Füße sind sich ähnlich. Ihre Haut gleicht der eines Büffels. Vorn am Kopf haben sie ein einziges Horn, aber mit dieser Waffe verletzen sie die nicht, welche sie angreifen, sondern gebrauchen hierzu nur ihre Zunge, die mit langen scharfen Stacheln bewaffnet ist, und ihre Knie oder Füße; wenn sie einen Menschen angreifen, stoßen sie ihn mit den Füßen nieder, trampeln auf ihn herum oder zerreißen ihn mit der Zunge. Ihr Kopf ist gleich dem eines wilden Ebers, und sie tragen ihn tief am Boden. Sie wühlen mit Ergötzen in Sumpf und Schlamm und sind schmutzig in ihren Gewohnheiten. Doch lassen sich diese Tiere nicht durch Jungfrauen fangen, wie man bei uns wähnt, sondern sind im Gegenteil sehr wild und scheu.’

Im 15. Kapitel des III. Buches berichtet er vom Königreich Lambri, vermutlich ebenfalls in Sumatra gelegen:
‘Das Rhinozeros ist ein gewöhnlicher Bewohner der Wälder, und es gibt daselbst auch alle Arten Wild, Tier und Vogel
.’

Ob Marco Polo selbst Rhinozerosse gesehen hat, ist nicht sicher. Deutlich wird, daß die Beschreibung der Tiere ihn jedoch zweifeln ließ, ob es sich hier um “Einhörner” handelte.